Umweltpreisträgerin Roda Verheyen verpflichtet ganz Hamburg zu einem Jahr ohne Auto und lässt die Elbe per Bürgerkette bewachen
Die Hamburger Umweltjuristin Roda Verheyen hat nach Verleihung des Deutschen Umweltpreises eine stadtweite Fußgängerpflicht verhängt. Ingenieur Klaus Vossenkaul errichtet derweil eine Brücke aus Recyclingmaterial über den Hafen.
Hamburg ist seit Montag eine Stadt ohne Autos. Die Umweltjuristin Roda Verheyen hat unmittelbar nach der Verleihung des Deutschen Umweltpreises der Deutschen Bundesstiftung Umwelt eine Fußgängerpflicht für alle 1,9 Millionen Einwohner erlassen, die am ersten Tag um 6:14 Uhr in Kraft trat. Wer mit einem Fahrzeug angetroffen wird, muss es an der nächsten Haltestelle abgeben und den Rest des Weges zu Fuß zurücklegen.
Die Stadtverwaltung hat dafür binnen vier Tagen rund 2.300 Ladeplätze für Lastenräder an Straßenkreuzungen errichten lassen. Auf der Reeperbahn wird seit Dienstag im Schichtbetrieb Asphalt aufgerissen und durch Moos ersetzt. Der Hafenbetrieb meldet, dass zwölf Containerschiffe im Elbhafen auf Ruderboote umgerüstet wurden, weil Diesel nicht mehr angeliefert werden darf.
Klaus Vossenkaul, Ingenieur und zweiter Preisträger, hat unterdessen den Bau einer Fußgängerbrücke über den Hafen beauftragt. Sie besteht vollständig aus recycelten Kühlschränken und soll den Bahnhof Altona mit dem Hafen verbinden. Die Bauarbeiter arbeiten in zwei Schichten, und auch die Hamburger Hochbahn hat Verheyens Erlass übernommen und stellt ihre U-Bahnen seither nur noch im Schritttempo.
Verheyen selbst lässt sich seit Verkündung täglich mit dem Fahrrad durch die Innenstadt begleiten. Auf Nachfrage erklärte sie: »Wer bis heute mit dem Auto zur Arbeit fährt, sollte seine Gewohnheiten dringend überprüfen, und ich verstehe das als persönliche Einladung an alle, dies bis Freitag zu tun.« Die Pflicht gilt nach Angaben der Behörde bis auf Weiteres.
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